Dämmung eines nicht genutzten Dachbodens
Immer wieder stellt sich die Frage, wie und wo ein ungenutzter Dachboden richtig gedämmt werden sollte. Grundsätzlich gilt dabei eine einfache Faustregel:
👉 Gedämmt wird immer möglichst dicht und lückenlos um den beheizten Wohnbereich herum.
Räume, die nicht beheizt werden, benötigen keine Dämmung nach außen. Befindet sich also ein unbeheizter Dachboden über einem Wohnraum, liegt die Dämmebene nicht im Dach, sondern auf der obersten Geschossdecke – also an der Grenze zwischen beheiztem und unbeheiztem Bereich.
Würde man stattdessen die Dachschrägen dämmen, würde der gesamte Dachraum durch die darunterliegenden Wohnräume mit aufgeheizt. Das vergrößert das zu beheizende Volumen unnötig und führt zu höheren Heizkosten, ohne zusätzlichen Nutzen.
Wie wird ein Dachboden richtig gedämmt?
In den
meisten Fällen ist die Dämmung unkompliziert umzusetzen:
Die Dämmung wird ein- oder mehrlagig direkt auf die oberste Geschossdecke
aufgelegt. Das Dämmmaterial kann dabei flexibel gewählt werden –
entscheidend ist die Dämmwirkung, nicht das Material selbst. Die Arbeiten
lassen sich je nach handwerklichem Geschick auch selbst durchführen oder von
einem Fachbetrieb erledigen.
Dampfbremse: Ja oder Nein?
Ob eine Dampfbremse oder Dampfsperre notwendig ist, hängt von der Art der Decke ab:
- Betondecken:
Hier ist in der Regel keine Dampfbremse erforderlich. - Holzbalkendecken:
Der vorhandene Deckenaufbau muss geprüft werden. Häufig ist eine Dampfbremse unterhalb der Dämmung notwendig, um Feuchteschäden zu vermeiden.
Welche Dämmstärke ist sinnvoll?
Die Dämmstärke sollte so ausgelegt werden, dass ein U-Wert von maximal 0,14 W/m²K erreicht wird. Als grobe Richtwerte gelten:
- Holzbalkendecke: ca. 25 cm Wärmedämmung
- Beton- oder Einhängedecke: ca. 28 cm Wärmedämmung
Damit lässt sich der Wärmeverlust effektiv reduzieren und langfristig Energie sparen – mit vergleichsweise geringem Aufwand.
Fazit: Pflichtmaßnahme bei der energetischen Sanierung
Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine zentrale Maßnahme bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden. Sie verhindert Wärmeverluste dort, wo sie am häufigsten auftreten, und sorgt dafür, dass die Heizenergie im Wohnraum bleibt – nicht im Dachboden.
